Wenn Herbert Blomstedt am Pult steht, wird Musik zur Lebenshaltung: Der 98-jährige Ehrendirigent der Staatskapelle Dresden verkörpert ganz unvergleichlich Demut und Klarheit in seiner Kunst. Längst gelten seine Bruckner-Deutungen als Referenz - frei von Pathos und durchdrungen von geistiger Strenge, klanglicher Transparenz und innerer Ruhe. In der 1876 entstandenen, erst 1894 uraufgeführten Fünften, die Bruckner als seine »kontrapunktisch gewagteste Sinfonie« bezeichnet und selbst nie gehört hat, erhebt sich im Finale ein grandioses Fugato als klanggewordene Apotheose bar jeder Eitelkeit.
Anton BrucknerSinfonie Nr. 5 B-Dur
Sächsische Staatskapelle DresdenLeitung: Herbert Blomstedt
Aufnahme vom 13.01.2026, Dresden, Semperoper